Fliesenleger:in Ausbildung – Gehalt & freie Stellen

Empf. Schulabschluss:
Hauptschulabschluss
Ausbildungsdauer:
3 Jahre
Arbeitszeit:
werktags
Du interessierst dich für diesen Beruf?

Fliesenleger/in Berufsbild

Du hast ein Auge fürs Detail und arbeitest gerne mit den Händen? Dann könnte der Beruf Fliesenleger bzw. Fliesenlegerin genau das Richtige für dich sein! Fliesenleger gestalten Böden und Wände mit Fliesen, Mosaiken oder Natursteinen und sorgen für einen perfekten Look in Bädern, Küchen oder sogar Pools. Aber nicht nur Optik ist wichtig – Fliesen müssen auch wasserdicht und langlebig sein. Wie du das hinbekommst, lernst du in der Ausbildung.

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Neuordnung 2026

Für diesen Beruf wird die Ausbildungsverordnung momentan strukturell und inhaltlich angepasst. Die Neuordnung tritt vermutlich 2026 in Kraft. Das Neuordnungsverfahren betrifft insgesamt 19 Berufe in der Bauwirtschaft. Grund dafür sind die neuen Anforderungen an die Facharbeiter, zum Beispiel durch neue Technologien und Verfahren. Deshalb sollen Themen wie Nachhaltigkeit und Digitalisierung in Zukunft mehr gewichtet werden.

Was macht ein Fliesenleger?

Fliesenlegerinnen planen und bereiten Untergründe vor, verlegen Fliesen, Platten oder Mosaike und verfugen die Flächen. Sie sanieren beschädigte Fliesen, beraten Kunden zu Materialien und sorgen für eine saubere, präzise Ausführung. Tätig werden sie sowohl in Neubauten als auch bei Renovierungen.

Deine Aufgaben im Überblick:

  • Kunde zu Materialien, Farben und Mustern beraten
  • Materialbedarf berechnen
  • Untergründe vorbereiten und Unebenheiten ausgleichen
  • Fliesen millimetergenau zuschneiden
  • Fliesen auf Böden, Wänden oder Treppen entfernen oder verlegen
  • Fugen sauber verfugen und Silikonabdichtungen setzen
  • Oberflächen säubern und versiegeln
  • Mosaikarbeiten und kreative Designs umsetzen

Wo arbeiten Fliesenlegerinnen?

Fliesenlegerinnen arbeiten in verschiedenen Bereichen: auf Baustellen, in Neubauten, Privathäusern oder Gewerbeobjekten wie Hotels oder Einkaufszentren. Manchmal bist du auch in Schwimmbädern oder Wellnessanlagen tätig, wo du besondere Materialien wie Naturstein verarbeitest.

Wie sind die Arbeitszeiten von Fliesenlegern?

Deine Arbeitszeiten sind meist tagsüber unter der Woche, oft beginnt der Arbeitstag früh am Morgen. Manchmal kann es zu Überstunden kommen, wenn ein Projekt fertiggestellt werden muss. Manchmal musst du auch samstags ran. Sonn- und Feiertagsarbeit fällt aber nicht an.

Wie läuft die Ausbildung zum Fliesenleger ab?

Die Fliesenleger-Ausbildung dauert drei Jahre und ist eine sogenannte duale Ausbildung. Du lernst also abwechselnd in der Berufsschule und im Betrieb. Da erfährst du alles über Materialien, Verlegetechniken und den richtigen Umgang mit Werkzeugen. 

Übrigens: Wenn du besonders gut bist, kannst du die Ausbildung auch verkürzen! 

Das lernst du während der Ausbildung:

🧮 Materialberechnungen – Wie viel Material wird für ein Projekt benötigt?

🛠 Untergrundbearbeitung – Vorbereitung, damit die Fliesen später gerade liegen.

🧱 Dämm- und Sperrschichten herstellen – Wichtiger Schutz gegen Feuchtigkeit.

🧩 Fliesenverlegung – Mit Mörtel und Spezialkleber arbeiten.

🔧 Fugen füllen – Für eine stabile und saubere Oberfläche.

🏗 Sanierung & Reparatur – Beschädigte Fliesen, Platten oder Mosaike wiederherstellen.

Ist die Fliesenleger-Ausbildung schwer?

Die Ausbildung zur Fliesenlegerin kann herausfordernd sein, da sie sowohl handwerkliches Geschick als auch körperliche Belastbarkeit erfordert. Besonders das Arbeiten auf den Knien, das exakte Zuschneiden von Fliesen und das präzise Verlegen erfordern Übung. Auch mathematische Grundkenntnisse für Materialberechnungen sind wichtig. Wer jedoch Spaß an praktischer Arbeit hat, sorgfältig arbeitet und fleißig ist, wird die Ausbildung mit der Zeit gut meistern.

Welche Voraussetzungen muss ich erfüllen, um Fliesenleger zu werden?

Betriebe stellen in der Praxis überwiegend Bewerber ein, die mindestens einen Hauptschulabschluss haben. Das ist aber keine strenge Vorgabe, bewerben kannst du dich auch mit einem höheren Abschluss. Manche Betriebe stellen sogar Azubis ohne Schulabschluss ein.

Wichtige Schulfächer sind:

  • 📐 Mathematik: für exakte Berechnungen von Flächen, Materialien und Kosten.
  • 🎨 Werken/Technik: um handwerkliche Fähigkeiten zu entwickeln.
  • 📏 Physik: für ein gutes Verständnis für Statik, Materialien und Bauphysik.

Persönliche Eigenschaften:

  • 💪 Körperliche Belastbarkeit – Die Arbeit ist anstrengend, oft auf den Knien oder mit schweren Materialien.
  • 🎯 Genauigkeit & Sorgfalt – Fliesen müssen präzise verlegt werden, Fehler sind schwer zu korrigieren.
  • 🧩 Räumliches Denken – Für das Planen von Mustern und das Anpassen von Fliesen.
  • 🤝 Teamfähigkeit – Zusammenarbeit mit anderen Handwerkern und Kunden ist wichtig.
  • 🔧 Handwerkliches Geschick – Arbeiten mit Werkzeugen und verschiedenen Materialien.
  • 🗣️ Kundenfreundlichkeit – Besonders wichtig, wenn du später selbstständig arbeiten willst.
  • 🛠️ Lösungsorientiertes Denken – Baustellen bringen oft unerwartete Herausforderungen mit sich.
Du solltest Fliesenleger:in werden, wenn …
  1. du gerne handwerklich arbeitest und am Ende des Tages sehen willst, was du geschaffen hast.
  2. du kein Problem mit körperlicher Arbeit hast und gerne aktiv bist.
  3. Genauigkeit und ein Auge für schöne Muster und Designs dir Spaß machen.
Du solltest auf keinen Fall Fliesenleger:in werden, wenn …
  1. du ungern draußen oder auf wechselnden Baustellen arbeitest.
  2. du unregelmäßige Arbeitszeiten und Termindruck nicht magst.
  3. du keine körperliche Belastung magst und lieber einen Bürojob hättest.

Was verdient ein Fliesenleger in der Ausbildung?

Im ersten Ausbildungsjahr bekommen Fliesenleger zwischen 682 und 1.080 Euro brutto im Monat. Im zweiten Jahr steigt die Vergütung auf 805 bis 1.300 Euro und im dritten Jahr gibt es monatlich 921 bis 1.550 Euro. Wie viel du genau verdienst, hängt von Aspekten wie Tarifbindung, Bundesland und Betrieb ab. Den Azubi-Mindestlohn bekommst du aber mindestens.

Fliesenleger Ausbildungsvergütung

Ausbildungsjahr Gehalt (brutto/Monat)
1. Jahr 682–1.080 Euro
2. Jahr 805–1.300 Euro
3. Jahr 921–1.550 Euro

Wie viel verdienen Fliesenleger nach der Ausbildung?

Dein Einstiegsgehalt als Fliesenleger liegt bei 2.100 bis 3.270 Euro brutto. Im Laufe der Zeit wirst du so viel Berufserfahrung sammeln, dass du auch mehr Gehalt verlangen kannst. Bis zu 3.800 Euro brutto im Monat sind da drin, also circa 2.400 bis 2.500 Euro netto. Denn wie bei fast allen anderen Berufen auch, richtet sich dein Verdienst nach deiner Qualifikation und Erfahrung. 

Im Baugewerbe wird oft nach Tarifvertrag bezahlt und da ist es üblich einen Stundenlohn anzugeben. Der liegt aktuell bei circa 25 Euro (Stand: April 2025). Rechnet man das auf eine 40-Stunden-Woche hoch, ergibt das ein Bruttogehalt von ungefähr 4.300 Euro brutto und einmonatliches Nettogehalt von 2.700 bis 2.800 Euro.

Übrigens: Sonderzahlungen wie Weihnachtsgeld oder Urlaubsgeld können dein Gehalt auch nochmal erhöhen, vor allem, wenn du im Tarifverhältnis angestellt bist. 

Wenn du deine Fliesenlegermeister machst, kann sich dein Gehalt auf bis zu 5.600 Euro im Monat steigern. 

Gehalt Fliesenleger* brutto netto Stundenlohn
Einstiegsgehalt 2.100–3.270Euro 1.500–1.900 Euro 12,82–19 Euro
mit Berufserfahrung bis zu 4.300 Euro bis zu 2.700–2.800 Euro bis zu 25 Euro

*Die Gehaltsangaben sind Richtwerte und können je nach Steuerklasse, Bundesland und Unternehmen abweichen.

Welche Fort- und Weiterbildungsmöglichkeiten haben Fliesenlegerinnen?

  • Techniker/Polier: Mit einer Weiterbildung zum Techniker oder Polier hast du die Möglichkeit, dich auf der Karriereleiter eine Sprosse weiter nach oben zu hangeln und deinen Verdienst im Handwerkerbetrieb zu erhöhen. In dieser Position bekommst du mehr Verantwortung zugeschrieben und kannst dich auf technischer Ebene weiter qualifizieren.
  • Fliesenlegermeister: Nach deiner Gesellenprüfung und etwas Berufserfahrung kannst du noch den Fliesen-, Platten- und Mosaiklegermeister machen. Durch diese Qualifikation bist du befähigt, einen Betrieb zu führen und technische, kaufmännische und personalwirtschaftliche Leitungsaufgaben wahrzunehmen.
  • Selbstständigkeit: Nach neuer Regelung brauchst du für die Selbstständigkeit im Fliesenlegerhandwerk keinen Meistertitel mehr. In der Regel wird der Meistertitel vor der Selbstständigkeit allerdings wärmsten empfohlen, aufgrund der kaufmännischen und personalwirtschaftlichen Kenntnisse, die du dir dadurch aneignest.
  • Meisterstudium: Mit dem Meistertitel hast du die Möglichkeit, ein Meisterstudium aufzunehmen und dadurch deine Karriere noch weiter anzukurbeln. Du kannst dich in den unterschiedlichsten Bereichen spezialisieren und erreichst eine höhere Ebene auf der Karriereleiter.
  • Studium: Wenn du Abitur in der Tasche hast, kannst du auch direkt im Anschluss an deine Ausbildung noch ein Studium aufnehmen. Damit kannst du deine Qualifikationen verbessern, um später in der Berufswelt noch mehr Möglichkeiten zu haben. Mögliche Studiengänge sind Bauingenieurswesen oder Architektur.

Wie bewirbt man sich für die Ausbildung zum Fliesenleger?

Für deine Bewerbung zum Fliesenleger brauchst du ein Anschreiben, einen Lebenslauf und Kopien deiner letzten Schulzeugnisse. Falls du ein Praktikum im Handwerk gemacht hast, lege das Praktikumszeugnis bei – das gibt Pluspunkte!

Im Anschreiben erklärst du, wie du auf die Stelle gekommen bist und warum du Fliesenleger werden willst. Hast du bereits Erfahrung, z. B. durch Renovierungen? Was reizt dich an dem Beruf? Und ganz wichtig: Warum möchtest du genau bei dem Betrieb deine Ausbildung machen? Wichtig ist, dass du deine Motivation überzeugend begründest.

Der tabellarische Lebenslauf enthält deine persönlichen Daten, Infos zur schulischen Laufbahn, Praktika und Hobbys. Schreib bei den Praktika am besten in Stichpunkten hin, was du während des Praktikums gemacht hast.

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